Interview mit Stefan Gal,
Geschäftsführer von Mediring

stga
Stefan Gal

Die Mediring GmbH ist ein sehr junges Unternehmen, das Anfang 2013 gegründet wurde. Wir waren neugierig…

Redaktion: Herr Gal, wie sind Sie auf Careousel gestoßen? Hier scheint das Gerät doch völlig unbekannt zu sein.

Stefan Gal: Im Grunde hat mich mein in Ungarn lebender 92 Jahre alter Großvater zu Careousel gebracht. Er lebt alleine und ist trotz seines hohen Alters eigentlich auf keine Hilfe im Alltag angewiesen. Er ist wirklich fit aber altersbedingt nicht mehr ganz gesund. Er muss mehrere Medikamente nehmen und wie üblich, nach einem ärztlich verordneten Therapieplan müssen diese zu unterschiedlichen Zeiten und Mengen eingenommen werden. Und das ist doch ziemlich kompliziert. Leider kam auch mein Großvater öfters durcheinander und hat manchmal zu viel oder gar keine Tabletten eingenommen. Dadurch wurde er zweimal ins Krankenhaus eingewiesen und musste stationär behandelt werden. Zum Glück war es nicht kritisch, aber es hätte auch ernsthafte Probleme geben können.

Redaktion: Und dann haben Sie für ihn das Careousel besorgt!

Stefan Gal: Ganz so einfach war es nicht, denn in Deutschland hat keiner Careousel gekannt. Ich natürlich auch nicht. Ich habe mich an verschiedenen Stellen, wie Sanitätshaus oder Pflegediensten beraten lassen. Leider hat man mir nur die bekannten Pappschachteln als Medikamentendosierer empfohlen. Diese hätten aber das Problem nicht gelöst, dass mein Großvater ein bestimmtes Medikament immer zur gleichen Zeit, nahezu minutengenau nehmen muss. Es ist bei ihm ja auch vorgekommen, dass er morgens die Medikamente komplett vergessen hat um diese dann mittags mit der 12.00-Uhr-Ration gleichzeitig einzunehmen. Ich stand also da und habe auch nach längerer Suche nichts Passendes gefunden, das ihn an die Einnahme erinnert. Schließlich bin ich in den USA auf das Careousel gestoßen. Über diesen Umweg kam ich dann zu den schwedischen Erfindern, Mats und Ingemar.

Redaktion: Und das ist jetzt die Lösung, die auch auf diese Entfernung funktioniert? Wer befüllt das Careousel denn jetzt, der Opa?

Stefan Gal: Das wäre natürlich das Beste, aber das geht natürlich nicht. Das Careousel wird wöchentlich von einer netten Nachbarin befüllt.

Redaktion: Ist sie Krankenschwester?

Stefan Gal: Nein, aber das Befüllen ist bei klarer ärztlichen Verordnung für jeden machbar.

Redaktion: Und das ist dann auch sicher?

Stefan Gal: Viel sicherer als ohne Careousel. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte seine Apotheke miteinbeziehen. Die Befüllung durch die Apotheke in Verbindung mit der Erinnerungsfunktion, bietet das Careousel die höchste Sicherheit bei der persönlichen Medikation.

Redaktion: Mir ist noch nicht ganz klar für wen ist das Carousel geeignet? Nur für ältere Menschen, die viele unterschiedliche Medikamente nehmen müssen?

opa
Mit 92 Jahren immer noch fit

Stefan Gal: Für alle Menschen, die sicher sein wollen ihre Medikamente zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Dosierung einnehmen zu wollen. Durch die zwei Hauptfunktionen „Erinnerung“ und „richtige Dosierung“ ist der Einsatz sehr breit möglich. In den skandinavischen Ländern wird es hauptsächlich bei leichten Demenz- oder Alzheimererkrankungen eingesetzt – und dort übrigens auch von den Krankenkassen zum größten Teil oder auch komplett bezahlt. In Deutschland sehe ich in dem Gerät in erster Linie für alle Personen eine große Hilfe, die selbständig leben aber schon eine kleine Unterstützung im Alltag benötigen. Das kann die Betreuung durch Angehörige sein oder auch durch einen mobilen Pflegedienst.

Redaktion: Wie sicher ist denn der Einsatz von Careousel? Schließlich geht es hier um Menschenleben.

Stefan Gal: Die Sicherheit und die perfekte Funktionsfähigkeit wird bei uns groß geschrieben. Selbstverständlich kann jedes Gerät versagen nur geschieht das mit dem Careousel äußerst selten. Im schlimmsten Fall verweigert das Gerät die Herausgabe der nächsten Dosis, aber es kann praktisch nicht zu einer Übermedikation kommen. Das hat auch damit zu tun, dass beim Gerät von der Entwicklung bis zur Endkontrolle alles mit höchster Präzision durchgeführt wird. Die Herstellung findet nach wie vor komplett in Schweden statt und nicht, wie heutzutage so oft üblich irgendwo in einem Billiglohnland in Asien. Wir verwenden den Begriff „Made in Sweden“ nicht als werbewirksame Aussage und lassen dann den Großteil doch 10.000km entfernt zusammenbasteln. Nein, selbst der Kunststoff-Korpus als einfachstes Bauteil wird in Europa, in diesem Fall in Portugal hergestellt. Von der sog. schwedischen Qualität in der Produktion habe ich mich auch vor Ort überzeugen können und war sehr zufrieden mit dem was ich sah.

Redaktion: Sie haben die Lösung für Ihren Zweck gefunden, warum dann jetzt der Vertrieb für Deutschland?

Stefan Gal: Ich arbeite seit 20 Jahren eng in den Bereichen Senioren, Pflege bzw. Hilfs- und Rehabilitationsmittel. So sind mir die sehr verbesserungsfähigen Verhältnisse in der Pflege und viele Versorgungslücken sehr gut bekannt. Was ich aber bei meiner Recherche nach der korrekten Medikation herausgefunden habe, ist schlicht und einfach unglaublich. Nach Schätzungen sterben in Deutschland jährlich nahezu 60.000 Menschen wegen Fehlmedikation. Ein nicht unerheblicher Teil davon weil es zu Wechselwirkungen der Medikamente untereinander kommt. Gleichzeitig erfolgen aus dem gleichen Grund ungefähr 300.000 Krankenhauseinweisungen, weil es bei der Medikation unter anderem wegen Nichteinnahme oder falscher Einnahme zu Komplikationen kommt. Hier besteht akuter Handlungsbedarf. Mit dem Careousel können wir bei weitem nicht alle Probleme lösen, aber der jahrelange Einsatz in anderen Ländern zeigt, dass sich diese erschreckenden Zahlen erheblich reduzieren lassen.

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Opa´s Medikations-Chaos vor dem Careousel
Neben dem Effekt der besseren Versorgung der Menschen, bedeutet es auch wirtschaftlich eine sehr große Einsparung, denn die Folgekosten der Komplikationen gehen in die Milliarden. Hier möchte ich mit Careousel gerne ansetzen.

Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch.